Rechtssicherer Umgang mit dem Betriebsrat

Rechtssicherer Umgang mit dem Betriebsrat

Mit dem Wachstum Ihres Unternehmens steigen die Chancen, dass sich Ihre Mitarbeiter dazu entscheiden, einen Betriebsrat zu gründen. Für eine erfolgreiche Kommunikation und Zusammenarbeit sollten Arbeitgeber die mit Einführung eines Betriebsrats verbundenen rechtlichen Grundlagen kennen.

 

Was sind die Aufgaben des Betriebsrates?

 

Gründet sich ein Betriebsrat in Ihrem wachsenden Unternehmen, führt dies zu einem hohen Maß an Mitbestimmung seitens der Belegschaft. Der Betriebsrat ist eine institutionalisierte Arbeitnehmervertretung, die als Mitbestimmungsorgan in Unternehmen, Betrieben und Konzernen fungiert.

Der Betriebsrat gibt darauf Acht, dass die vorherrschenden Regeln und Vorschriften innerhalb des Unternehmens eingehalten werden. Darüber hinaus agiert er als Repräsentant der Interessen der Arbeitnehmer. Laut § 80 des Betriebsverfassungsgesetzes muss der Betriebsrat unter anderem folgende Aufgaben erfüllen:

  • darüber wachen, dass die geltenden Gesetze, Tarifverträge, Unfallverhütungsvorschriften, und Betriebsvereinbarungen zu Gunsten der Arbeitnehmer durchgeführt werden
  • beantragt beim Arbeitgeber Maßnahmen, die dem Betrieb und der Belegschaft dienen
  • ist für die Durchsetzung der tatsächlichen Gleichberechtigung von Frauen und Männern zuständig – insbesondere bei der Einstellung, Beschäftigung, Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie dem beruflichen Aufstieg
  • fördert die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit
  • fördert die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer im Betrieb
  • fördert die Eingliederung besonders schutzbedürftiger Personen und schwerbehinderter ArbeitnehmerInnen
  • fördert die Eingliederung ausländischer Arbeitnehmer im Betrieb
  • sichert die Beschäftigung im Betrieb
  • bereitet die Wahl einer Jugend- und Auszubildendenvertretung vor, führt diese zum Teil durch
  • nimmt Anregungen von Arbeitnehmern und der Jugend- und Auszubildendenvertretung entgegen und wirkt gegebenenfalls durch Verhandlungen mit dem Arbeitgeber auf Ihre Umsetzung hin
  • setzt die Maßnahmen des betrieblichen Umweltschutzes und des Arbeitsschutzes um

 

Pflichten der Arbeitnehmervertretung

 

Um die Überwachungs-, Gestaltungs-, Förderungs- und Schutzaufgaben innerhalb eines Unternehmens ausführen zu können, stehen dem Betriebsrat Rechte zu. Er unterliegt aber auch Pflichten.
Eine der Obliegenheiten bezieht sich auf die gesetzlich geltende Verschwiegenheitspflicht. Diese gilt für Informationen zu Personalangelegenheiten, Betriebsgeheimnissen oder auch Erkenntnisse aus dem Wirtschaftsausschuss. Diese Pflicht greift grundsätzlich nur gegenüber Dritten. Ausnahmen gelten jedoch für Beschwerden über Arbeitnehmer.

Zu weiteren Pflichten zählen die Wahrung des Betriebsfriedens. Der Betriebsrat muss zu jeder Zeit einen ernsten Willen zur Beilegung von Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Unternehmens verfolgen. Dies setzt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber voraus, die das Einhalten angesetzter Termine und Sitzungen beinhaltet.

Die Arbeitnehmervertretung ist ebenso verpflichtet, gewählt zu werden. Das Ernennen des Betriebsrates erfolgt nach demokratischer Abstimmung der volljährigen Belegschaft. Gewählt werden dürfen Arbeitnehmer, die eine sechsmonatige Betriebszugehörigkeit vorweisen können. Neuwahlen finden in der Regel alle vier Jahre statt.

 

Vorteile und Nachteile eines Betriebsrates

 

Betriebsratsmitglieder übernehmen während ihrer Arbeitszeit eine Vielzahl an Aufgaben. Da es sich um ein Ehrenamt handelt, wird die Wahl zum Betriebsrat nicht vergütet. Jedem Mitglied steht es jedoch zu, für die Betriebsratsarbeit freigestellt zu werden. Um das notwendige Rechtswissen zu erlangen, zählen hierzu auch Fort- und Weiterbildungen. Dadurch entstehende Fehlzeiten können Einfluss auf die Aufgaben der anderen Kollegen nehmen.

Im Grunde sorgt ein Betriebsrat jedoch für ein nachweislich besseres Betriebsklima, das die Produktivität der Mitarbeiter im Unternehmen fördert. Diese wirkt sich wiederum positiv auf den Ertrag aus. Auch die Personalfluktuation nimmt in Konzernen mit Betriebsrat ab.

Ob ein Betriebsrat mehr Vor- oder aber Nachteile erwirkt, ist vom Inhalt der jeweiligen Betriebsvereinbarung abhängig. Sie ebnet die Entscheidungs- und Mitbestimmungsgewalt der Mitglieder.

 

Tipp: Einen Betriebsrat zu wählen, ist in Deutschland demokratisches Recht der Beschäftigten. Sie können bereits in kleinen Unternehmen wie Startups gewählt werden, sobald fünf wahlberechtigte Arbeitnehmer zur Verfügung stehen, von denen drei wählbar sind.
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