Krisenmanagement: Präventionsarbeit für Unternehmen im Ernstfall

Krisenmanagement: Präventionsarbeit für Unternehmen im Ernstfall

Auch das beste Krisenmanagement bewahrt Sie als Unternehmer nicht davor, Fehler zu machen. Fehler gehören zum Entwicklungsprozess schlichtweg dazu. Daraus ergibt sich eine der wichtigsten Erkenntnisse des Krisenmanagements: Krisen sind Chancen. Denn sie bergen das Potenzial, bestimmte Vergehen innerhalb eines Unternehmens auszuschalten. Das fördert wiederum neue Situationen und Aussichten.

Um die einzelnen Bestandteile des Krisenmanagements zu beleuchten, ist es wichtig, vorab zu definieren, was eine Unternehmenskrise ausmacht.

 

Welche Arten der Krise können Unternehmen gefährden?

 

Eine Krise bezeichnet eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation. Im Falle eines solchen Szenarios werden Entscheidungsträger mit dem Gefühl einer Bedrohung, dem Anstieg von Unsicherheit, Dringlichkeit und Zeitdruck sowie der Vorahnung, das Ergebnis sei von prägendem Einfluss auf die Zukunft des Unternehmens, konfrontiert. Im Regelfall zieht dies die Notwendigkeit einer Handlungsentscheidung nach sich. Denn Hoffnung ist nicht Teil des Krisenmanagements.

 

Strategiekrise

 

Aufgrund nicht eindeutiger Frühwarnsignale ist eine Strategiekrise für Unternehmen schwer zu identifizieren. Dass ein Unternehmen nicht marktgerecht ausgerichtet ist, zeigt sich häufig erst in den Ertragszielen. Demzufolge bedroht eine Strategiekrise ein Unternehmen nicht unmittelbar, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in naher Zukunft. Die vom Betrieb selbst verursachte Krise ist auf Veränderungsstau zurückzuführen. Beispielsweise wurde auf Änderungen im Verhalten der Kundschaft nicht reagiert oder technologische Weiterentwicklungen nicht erkannt. Im Rahmen des Krisenmanagements sind sämtliche Geschäftsfelder auf Optimierungspotenziale zu überprüfen.

Signale der Strategiekrise sind: Kundenverlust statt -gewinn, Wachstum der Konkurrenz, erschwerte Arbeitsbedingungen durch den Erlass neuer Vorschriften, fehlende Unternehmensziele, Qualitätsverlust des Angebots, technischer Rückstand und Weiteres.

 

Erfolgskrise

 

Dank greifbarer Indizien durch ein regelmäßiges Controlling ist die sogenannte Erfolgskrise schon deutlicher zu erkennen. Ist ein Unternehmen betroffen, verfehlt es wiederholt die gesteckten Unternehmensziele. Sichtbare Auswirkungen zeigen sich in den Bereichen Absatz, Produktion, Finanzen, Kunden oder Personal. Setzten Sie bei Ihrem Krisenmanagement nicht auf Weiterentwicklungen, sondern steuern Sie eine Kursänderung an. Rufen Sie Sanierungsmaßnahmen auf den Plan, um Kosten zu senken, betriebliche Abläufe effizienter zu gestalten und Erträge zu erhöhen.

Signale der Erfolgskrise sind: Wachstum unverkaufter Bestände, nicht ausgelastete Produktionskapazitäten, Umsatz- und Gewinnverlust, Ausgaben übersteigen die Einnahmen, demotivierte Mitarbeiter, Fluktuation und Weiteres.

 

Liquiditätskrise

 

Nicht zu übersehen: die Liquiditätskrise. Sie ist die Folgeerscheinung einer unbeachteten Strategie- sowie Erfolgskrise. Um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, beginnen Betroffene, mit Zahlen zu jonglieren. Einen zahlungsunfähigen Betrieb zu führen, ist wahrlich eine existenzbedrohende Erkenntnis. Ein vertrauensfördernder Austausch mit auf Zahlung wartenden Stakeholdern wie Lieferanten, Banken oder das Finanzamt ist der erste Schritt, diese Krise zu überstehen. Nach dem radikalen Kassensturz braucht es eine Prioritätenliste, welche Zahlungen zu welchen Terminen fällig sind. Um die Insolvenz zu vermeiden, prüfen Sie private Mittel, Verkaufsmöglichkeiten und die Flexibilität des Kreditvolumens.

Signale der Liquiditätskrise sind: Stammkundenverlust von 25 % und mehr, Absatz- sowie Gewinnverlust von jeweils 25 % und mehr, Lieferanten mahnen ab, Forderung zusätzlicher Sicherheiten für laufende Bankkredite, Personal kann nicht bezahlt werden und Weiteres.

 

Krisenprävention: Die Warnsignale erkennen

 

Krisen treten nicht einfach ein, sie bauen sich auf. Nicht selten werden Krisensituationen erst erkannt, wenn es bereits zu spät ist, sie professionell abzuwenden. Ein strukturiertes Krisenmanagement sensibilisiert Unternehmensangehörige bezüglich Warnsignale und Kommunikationsstrategien. Zur Prävention von Krisen gehört daher ein schriftlicher, von jedem Mitarbeiter abrufbarer Krisenplan. Dieser stellt die wichtigsten Punkte der Organisation des Krisenmanagements bereit: Wer ist verantwortlich? Wer ist zu informieren? Was ist zu tun?

Neben Strategie-, Erfolgs- und Liquiditätskrise, die insbesondere jungen Unternehmen begegnen, existieren weitere Krisenszenarien, die vordergründig Image und Reputation einer Marke schädigen. Im Krisenmanagement daher ebenfalls zu berücksichtigen, sind externe Faktoren wie mediale Berichterstattungen oder Kundenrezensionen. Unternehmen können diese im Sinne einer Prävention nicht aktiv beeinflussen, sind aber stets unmittelbar betroffen.

 

Krisenmanagement lebt von Kommunikation

 

Kommunikation in Krisenzeiten ist unerlässlich. Wer Schieflagen verschweigt, läuft Gefahr, eine Krise zu verstärken. Bevor eine Stellungnahme zur Krisensituation außerhalb des Unternehmens erfolgt, müssen Mitarbeiter unmittelbar informiert werden. Sie brauchen Orientierung: Welche Informationen sind Interna? Was darf hingegen kommuniziert werden? Ein laut Krisenmanagement verantwortlicher Krisenstab koordiniert im Anschluss die Kommunikation mit Geschäftspartnern, Kunden und Lieferanten, der Bank sowie weiteren Beteiligten wie beispielsweise Vermieter, Krankenkasse und Finanzamt.

Nach der Krise ist vor der Krise: Sie konnten dank entsprechender Präventionsmaßnahmen eine Krise abwenden oder aber durchstehen? Gehen Sie auf Ursachenforschung, um den Fehler zu beheben, damit dieser sich nicht wiederholen kann. Wie heißt es so schön? Aus Fehlern lernt man.

 

Tipp: Setzen Sie sich frühzeitig mit möglichen Krisenszenarien auseinander. Bestenfalls haben Sie Risikoquellen bereits in Ihrem Businessplan erläutert und Lösungswege parat.

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